Die Genealogie der Familie Meier Rassfeld
Umfangreiche Daten und Fakten

Durch geschultes und intensives Studium der vorhandenen Aufzeichnungen des Familienarchivs der Familie Rassfeld und der Weinkauf- und Sterbefallregister der Klöster Marienfeld und Herzebrock konnten umfangreiche Daten und Fakten zusammen getragen werden.

An dieser Stelle gilt unser besonderer Dank Herrn Erich Pott (+ 1987) für seine mühevolle und genaue Arbeit als Verfasser der nachfolgenden Aufzeichnungen der älteren Genealogie.

Der neuere Teil der Familiengeschichte wurde anläßlich der 700-Jahr-Feier im Jahre 1975 von Rolf Haver zusammgefaßt und als Rede einer geladenen Gästeschar auf dem Hofplatz in einer ihm genialen Art dargeboten.

In dem Jahr, als der Speicher auf dem Meierhof Rassfeld vom Meier tom Rasfeld erbaut wurde (A.D. 1578), heiratet eine Tochter des Hofes auf den nur ca. 1 km entfernten Halberbenhof Bregenstroth (Bauernschaft Nordhorn Nr. 2). Im "Weinkauf- und Sterbfallbuch der Renthei Herzebrock" heißt es unter der Rubrik Bregenstroth, Bauernschaft Nordhorn Nr. 2: "den 13. 12. 1578 Cathrina Raßfelds Uffahrt 80 Rthl". Aus den verschiedenen urkundlichen Eintragungen des 17. Jahrhunderts können wir nun eine ziemlich genaue Familiengeschichte und Hofbesitzerfolge der Meier Raßfeld zusammenstellen. Um 1600 lebt ein Johannes, Meier zu Raßfeld, auf dem Hofe. Er müßte vor 1596 geheiratet haben, und seine 1. Frau starb 1612. Vier Kinder sind uns aus dieser Ehe bekannt, jedoch nicht der Name der Frau. Die Kinder sind folgende:
1. Everhard Raßfeld, der um 1596 geboren wurde und 1678 mit 83 Jahren starb. Er heiratete 1626 auf Brandmehrs Kotten und nannte sich Brandmehr.
2. Agnesa Raßfeld, die um 1600 geboren wurde und 1678 mit 78 Jahren starb. Sie heiratete um 1620 Otto Tijes.
3. Heinrich Raßfeld, geboren vermutlich um 1604, gestorben vermutlich vor 1675. Am 13. 10. 1645 bezahlt er 4 Gfl. für ein uneheliches Kind.
4. Otto Raßfeld, Anerbe, geboren vermutlich um 1608, gestorben im Jahre 1645.
Nach dem Tode seiner ersten Frau heiratet der Meier Johannes Raßfeld ein zweites Mal. Aus dieser Ehe sind keine Kinder bekannt. Nach seinem Tode im Jahre 1625 heiratet die Meyersche Raßfeld sofort den Henrich Jörgens (vermutlich Jörgenfrerich vom Markkotten Jörgenfrerich, Bauernschaft Sundern Nr. 21) und hat mit ihm einen Sohn Adolph Raßfeld, geboren 1626, der sogar in Ermangelung eines weiteren Hoferben aus erster Ehe nach seiner Heirat im Jahre 1658 Hoferbe wird. Weder von Henrich Jörgens noch von seiner Frau sind uns bis jetzt die Sterbejahre bekannt.

Der Anerbe Otto, Meier zu Raßfeld, heiratet im Jahre 1641 die Tochter vom benachbarten Erbkötterhof Pomberg (Bauerschaft Nordhorn Nr. 9) Cathrina Pomberg. Aus der kurzen Ehe ist uns nur die Anerbin Anna Greta bekannt, die um 1668 den Christoph Sudbrack aus Schildesche heiratet. Nach vierjähriger Ehe kommt ihr Mann tragisch ums Leben, er wird vom Sohn des Meier zur Langert mit der Barte (zweischneidige Axt) erschlagen. Sie heiratet zum 2. Mal vermutlich einen N. Falkenreck vom Erbkotten Falkenreck (Bauernschaft Sundern Nr. 13). Er wird Interimswirt auf dem Meierhof Raßfeld, und die uns bekannten Kinder dieser Ehe heißen mal Raßfeld gen. Falkenreck oder auch Falkenreck gen. Raßfeld. Bekannt sind:
1. Johan Raßfeld gen. Falkenreck, geb. 1649; gest. 01.05.1679
2. Agnesa Raßfeld gen. Falkenreck, geb. 1653, gest. 26. 7. 1723;
3. Gerd Raßfeld gen. Meier zu Spexard, geb. 1657, gest. 15. 5. 1719;
4. Cord Raßfeld gen. Falkenreck, geb. 1664, gest. 19. 5. 1718.

Seine Zeit als Interimswirt auf dem Meierhof wird nur bis zum Jahre 1658 gedauert haben; denn in diesem Jahr heiratet der Sohn von Henrich Jörgens und der Meierschen zu Raßfeld, Adolph, und Stiefbruder des erschlagenen Otto, Meier zu Raßfeld. Doch auch diese Ehe dauert nur ein paar Jahre. Am 17. 4. 1664 stirbt Adolph, villici Raßfeld, und, Duplizität der Ereignisse, auch er wird wie sein Vorgänger und Stiefbruder mit der Barte totgehauen. Seine Frau und eventuelle Kinder sind aus den gefundenen Daten nicht zu entnehmen.
Noch im gleichen Jahr muß ihr Mann gestorben sein; denn am 7. 1. 1665 heiratet Cathrina, Meiersche zu Raßfeld, den 14 Jahre jüngeren Otto Jörgenfrerich, ebenfalls wie eine Generation vorher vom Erbkotten Jörgenfrerich ( Bauernschaft Sundern Nr. 21). Nach acht Jahren stirbt seine Frau, ohne mit ihm Kinder gehabt zu haben, und nach weiteren 3 Ehen mit insgesamt 5 Kindern stirbt er hochbetagt mit 86 Jahren als Leibzüchter auf dem Meierhof Raßfeld. Seine Kinder heißen mal Frerich gen. Raßfeld oder nur Raßfeld. Er selber wird meistens Otto Jürgenfrerich, Meyer Raßfeld senioris, genannt. Er kann nur noch 3 Jahre als Interimswirt auf dem Meierhof gewirkt haben, denn dann heiratet im Jahre 1668 der Mann auf den Hof, der uns vielfach in Akten, Kirchenbüchern und auf geschnitztem Gebälk entgegentritt, vgl. die Inschrift der Leibzucht. Dieser Christoffel Sudbrack, vom Meierhof Sudbrack in Schildesche, bringt nach der unglücklichen Zeit von 1625 bis 1665 mit allein zwei Todschlägen in der Familie wieder Ruhe und Kontinuität in das familiäre Geschehen der Meier Raßfeld. Aus der Torinschrift der Leibzucht können wir entnehmen, daß er vor seiner Heirat mit der Anerbin, gemeinsam mit seiner Schwiegermutter Cathrina Pomberg, Meiersche zu Raßfeld, die neue Leibzucht baute, die seinem Stiefschwiegervater Otto Jörgenfrerich bis 1720 als Wohnsitz dienete. Danach heiratet er 1668 die Tochter und Anerbin von Otto, Meier zu Raßfeld und seiner Frau, Cathrina Pomberg, Anna Greta. Aus dieser Ehe sind folgende 5 Kinder bekannt:
1. Wilhelm Hinrich Raßfeld, geboren 1670, gestorben 16. 4. 1693
2. Anna Elisabeth Raßfeld, geboren 1672, gestorben 14. 6. 1696 (verheiratet 1694 mit Everd Ruestroth);
3. Christoffer Raßfeld, geboren 1674, gestorben 21. 6. 1682;
4. Jacob Raßfeld, geboren 2. 8. 1676
5. Maria Elsabein Raßfeld, geboren 5. 2. 1679, gestorben 9. 1. 1680.

Die Meiersche Anna Greta muß um 1680 gestorben sein, ohne daß wir ihr Sterbedatum kennen, denn am 26. 11. 1680 heiratet der 53jährige Christopher Sudbrack, Meier zu Raßfeld, die 26 Jahre alte Maria Kalthof vom Meierhof Kalthof aus der Bauernschaft Nordrheda-Ems. Er hat mit ihr ein Kind: Christina Maria Raßfeld, geb. 30. 11. 1681, gest. 5. 8. 1682. Nach dem frühen Tode seiner jungen 2. Frau heiratet der Meier Raßfeld zum 3. Mal. Er bleibt in der Verwandschaft und heiratet die 17 Jahre jüngere Elisabeth Falkenreck und Witwe des Meier zu Hemsel aus der Bauernschaft Nordrheda-Ems. Kurz vor seinem Tode im Jahre 1701 hatte er noch die Erb- und Besitzfolge des Hofes geregelt. In Ermangelung eigener Erben übertrug er seinem Stiefsohn Nikolaus Hemsel, einem Sohn aus der ersten Ehe seiner 3. Frau, den Hof und verheiratete ihn mit seiner Nichte Elisabeth Sudbrack aus Schildesche. Da die Meier zu Hemsel katholisch waren, finden wir die Trauung von 20. 06. 1700 im Gütersloher katholischen Kirchenbuch: Nikolaus Hemsel et Elisabeth Sudbrack ex Schildesche Testes: Cord Hoetfilker, Henrich Sudbrack N. B. villicus futurus (zukünftiger) Raesfeld. Nach nur vierjähriger Ehe muß dieser Nikolaus Hemsel, Meier zu Raßfeld, schon sterben, und im katholischem Totenbuch zu Gütersloh erscheint am 23. 8. 1704 folgende Eintragung: Nikolaus Meyer zu Raßfeld von 38 Jahr N. B. uxoris ab anno in Umständen.
Die Geburt seines dritten Kindes und Anerben hat er nicht mehr erlebt, denn dieser wurde erst vier Monate nach seinem Tode geboren. Seine 3 Kinder waren folgende:

1. Cathrina Maria Raßfeld, geboren 10. 4. 1701, evangelisch und verheiratet am 19. 9. 1718 mit Peter Heinrich Dieckmann
2. Anna Maria Elisabeth Raßfeld, geboren 21. 1. 1703, evangelisch, gestorben 21.03.1755, verheiratet am 22.10.1727 in Brakwede mit Johann Herm Meyer zu Borgsen (Anerbe, geb. 1698 gest. 1774)
3. Nikolaus Raßfeld, geboren 13. 12. 1704, verheiratet 31. 10. 1727 mit Agnesa Elsabe zu Borcksen.

Die Witwe von Nikolaus Hemsel, Meier zu Raßfeld, Elisabeth Sudbrack, heiratet am 27. 5. 1705 einen Sohn von einem der ältesten und bekanntesten Meierhöfe aus dem Ravensberger Land, Johan Hermann zur Müdehorst aus Dornberg. Dieser Johan Hermann tritt uns dann mehrfach in Balkeneinschriften und Eintragungen in der Familienbibel entgegen. Dem Hof wird er als Interimswirt bis zum Jahre 1727 vorgestanden haben, denn am 31. 10. 1727 heiratet sein Stiefsohn und Anerbe Nikolaus, Meier zu Raßfeld, eine Tochter vom alten Meierhof Borcksen in der Schlucht des Teutoburger Waldes bei Brackwede. Von Johan Hermann zur Müdehorst und seiner Frau Elisabeth Sudbrack sind uns folgende vier Kinder bekannt:
1. Cathrina Elsabe Raßfeld, geboren 11. 12. 1707 (verheiratet mit Jobst Wilm Meyer zu Elentrup 28.11.1741)
2. Maria Elsabe Raßfeld, geboren 24. 2. 1711, gestorben 8. 7. 1711
3. Totgeborenes Töchterlein, 28. 12. 1713;
4. Johan Herman Raßfeld, geboren 3. 2. 1715 (wird durch Heirat nach 1740 Meier zu Gütersloh).

Interessant ist der Ehekontrakt vom 19. 9. 1718. Die Stieftochter des Johan Hermann zur Müdehorst, Meier zu Raßfeld, Cathrina Maria Raßfeld heiratet den Peter Heinrich Dieckmann: "Es erschien Niklas Dieckmann und gibt zu verstehen, daß sein Sohn Peter Heinrich der Anerbe sich mit des Meyer zu Raßfelds Tochter Cathrina Maria ehelich eingelassen, welche auch bereits den Freybrief unterm dato den 6. dieses von den Gutsherren von Marienfeld erhalten. Also verspricht genannter Hermann Meyer zu Raßfeld seiner Tochter für Aussteuer auf Dieckmanns Erbe 150 Rthl. in drei Terminen, diesen ausstehenden Michaelis anzufangen, abzufinden gebührend Ehrenkleider und Brautwagen, 1 Pferd, 6 Kühe, 6 Schweine, 2 Malter Rocken und einen halben beschmiedeten Wagen, über dieses muß der Meyer die Freyheit, Bewilligung und Weinkauf stehen, worüber partes stipuliert in praedes Reithmanns und Everdt Bernfordts aus dem Rhedischen."

Bei Vergleichen mit anderen Dokumenten aus dieser Zeit müssen wir doch wohl einen erheblichen Wohlstand auf dem Meierhof Raßfeld vermuten.
Von dem Ehepaar Nikolaus Meier zu Raßfeld und Agnesa Ilsabein zu Borcksen ist über zwei Töchter zu berichten:
1. Cathrina Elsabe Raßfeld, geboren 12. 9. 1728, evangelisch
2. Cathrina Maria, geboren 12. 8. 1730, evangelisch

Catharina Maria heiratet im Jahre 1756 Henrich Hermann, geborener Dockweiler. Der aus dieser Ehe im Jahre 1763 geborene Sohn Nicolaus, Meier Rassfeld heiratet im Jahre 1791 Anna Margarete Elisabeth Reitmann. Der erste Sohn aus dieser Ehe ist Friedrich Christoph, und wird Meier zu Rassfeld. Er heiratet im Jahre 1819 Anna Maria Künsebecken aus der gleichnamigen Bauernschaft.

Dieser Friedrich Christoph Meier zu Raßfeld, geboren 1792, hat den Torbogen des Hauptgebäudes 1825 bauen lassen, und der Chronist schreibt dazu, daß das Werk im Liegen vom Meister H. Dröge verzimmert und mit Stangen und Seilen von Handwerkern und Nachbarsleuten gen Westen gerichtet wurde. Zwei Jahre später errichtete eben dieser Friedrich Christoph Meier zu Raßfeld einen Kotten an der Langenkampsheide.

In jeder folgenden Generation nach dem Friedrich Christoph Meier zu Raßfeld haben sich Meister von mehr oder minder großem Können an dem Ausbau, Durchbau und Umbau des Wohnhauses zu schaffen gemacht. Der Sohn dieses Christoph Raßfeld, Heinrich Wilhelm, geboren 02.06.1827, gestorben 18.10.1873, heiratete im Jahre 1856 die Tochter des Meier Witthof, Charlotte Meier Wittof geboren 10.03.1831, gstorben 23.08.1906, womit für viele die Frage geklärt ist, warum der alte August Meier Raßfeld, Sohn des Heinrich Wilhelm, den Meierhof und den Witthof besaß. Er hat ihn eben von seinen Vorfahren in Besitz genommen.

Friedrich Wilhelm August Meier Raßfeld, geboren am 13. März 1858, gestorben 1930, hatte neun Geschwister, von denen leider 7 frühzeitig starben, davon 2 sogar im Hofteich ertrunken sind. Der Älteste hieß Fritz, geboren am 17.02.1857, gestorben 1933. Er war Studienprofessor am Gymnasium in Höxter. 1908 stiftete er seinem Bruder August Geld für die Errichtung einer repräsentativen Brücke über den Schlangenbach auf der Hofzufahrt Richtung Haferkamp, heute Langenkampsheide. Eine Inschrift in dem Brückensturz errinnert an diese Spende.
Nach der Hofübernahme am 5. Januar 1886 heiratete Friedrich Wilhelm August Meier Raßfeld, Johanne Sophie Elise Zumwinkel, geboren 1863, gestorben 1929. Aus dieser Ehe entstammten Friedrich Wilhelm Leopold, geboren 1887, gestorben 1965, der den Meierhof Witthof erbte, Friedrich Otto Wilhelm, geboren 16.07.1889, gestorben 15.10.1955, der den Meierhof Rassfeld übernahm und Marie Charlotte Johanne, für die Ihr Vater die Geflügelfarm Gut Langert erworben hatte.
Friedrich Otto Wilhelm Meier Raßfeld heiratete Katharina Moeller, geboren 13.09.1892, gestorben 08.10.1974, Tochter des Herrn Sanitätsrats Dr. Julius Moeller aus Schwelm.

Aus dieser Ehe, erwuchsen die Töchter Erika, verheiratet mit dem Arzt Dr. Fritz Piltz, Magdalene, verheiratet mit dem Verleger Reinhard Mohn, und Helga, verheiratet mit dem aus Oelde stammenden Rolf Haver, geboren 08.05.1922, gestorben am 24.12.1980, und die damalige Tageszeitung konnte sich nicht verkneifen, anläßlich der Hochzeit von der jüngsten Tochter zu sagen: "Nunmehr heiratet der dritte botanische Schwiegersohn des Wilhelm Meier Raßfeld".

Und aus dieser, nämlich der Haverschen Ehe, entstammen 3 Kinder, Ursula, verheiratet mit Werner Bergenthum, Dietlind, verheiratet mit Remigius Freiherr von Boeselager und Friedrich Wilhelm geboren 01.08.1957. Im Jahre 1992 heiratete er die von einem süd-hannöverschen Hof stammende Iris Flohr.
Aus dieser Ehe wurden am 29.10.1998 Zwillinge geboren: Hanna Friederike Haver Rassfeld und Thedel Wilhelm Haver Rassfeld. Am 26.07.2003 wurde ein zweiter Sohn geboren, der den Namen Tessen Johannes Haver Rassfeld trägt.

Friedrich Wilhelm Haver - Meier Rassfeld übernam den Hof von seiner Mutter Helga am 18.12.1986.

 

Stand 16.03.2010